Was bedeutet eigentlich
Honorarberatung?


Honorarberatung Ein Honorar­berater klärt mit seinen Kunden ihre individuellen Anlage­ziele und erstellt hieraus eine Anlage­strategie. Dann empfiehlt er von allen am Markt verfügbaren Produkten diejenigen, die am besten hierzu passen. Dafür erhält er keinerlei Provisionen der Produktanbieter oder sonstige Zahlungen von Dritten. Stattdessen bezahlen die Kunden einmalig ein Honorar, das alleine vom zeitlichen Aufwand oder vom Nutzen der Beratung abhängt. Es entstehen keine Folgekosten oder laufenden Verwaltungsgebühren.

Bankfiliale In manchen Bank­filialen kann ebenfalls eine Honorar­beratung gebucht werden. Wer diese Kosten vermeiden will und stattdessen eine kostenlose Beratung sucht, erhält ein Verkaufsgespräch: Hier wird den Kunden oft zu Produkten geraten, für deren Verkauf die Bank Provisionen von den Emittenten erhält (z.B. 5% Ausgabeaufschlag). Die Bank verdient zudem an jährlichen Depotgebühren der Kunden und erhält von den Fonds eine Beteiligung an den jährlichen Verwaltungskosten (Vertriebs­folge­provisionen bzw. Kickbacks, bis zu 1% des Fondswerts). Beispielsweise kann bei einer Anlagesumme von 100.000 € die Provision also 5.000 € beim Kauf der empfohlenen Produkte betragen (Ausgabeaufschlag), plus jährlich 1.000 € (Kickback), solange die Fonds gehalten werden. Bei dieser Provisions-Beratung gibt es für die Bank keinen Anreiz, die besten am Markt verfügbaren Produkte zu vermitteln. Viele Banken empfehlen z.B. keine ETF, weil deren geringe Kostenstruktur nur minimale Provisionen zulässt.

Finanzanlagenvermittler Ein Finanz­anlagen­vermittler arbeitet nach dem­selben Vergütungs­modell: Er vertreibt die Produkte eines einzigen oder einiger weniger Anbieter und erhält von diesen die Kauf- und Vertriebs­folge­provisionen, deren Höhe von der investierten Anlagesumme abhängt. Für die Anleger ist diese Vermittlung kostenlos. Sie können aber nur aus einer begrenzten Anzahl von Finanzprodukten auswählen, und diese haben meist hohe jährliche Kosten, um die Provisionen an die Vermittler zu finanzieren.

Vermögensverwaltung In der klassischen Vermögens­verwaltung (Finanz­portfolio­verwaltung) vertrauen die Kunden ihr Vermögen einem bevoll­mächtigtem Verwalter an, der die Anlageziele seiner Mandanten verfolgt und dafür 1% - 2% der Anlagesumme als Vergütung erhält. Bei der beispielhaften Anlagesumme von 100.000 € sind dies also jährlich 1.000 bis 2.000 €. Dafür erfolgt die Anlage meist direkt in Aktien oder ETF, so dass nur geringe zusätzliche Verwaltungskosten entstehen. Der Aufwand für die Anleger ist hierbei minimal, aber manche Banken bieten diesen Service erst bei größeren Anlagesummen an.

Robo-Advisor Eine junge Variante der Beratung sind sogenannte „Robo-Advisor“, die auf Basis von Algorithmen die Bedürfnisse der Anleger analysieren, dazu passende Musterdepots erstellen und diese regelmäßig anpassen. Hauptvorteil dieser weitgehend automatisierten Methode sind die um ca. 50% reduzierten Kosten gegenüber der klassischen Vermögensverwaltung. Die Verwaltung unseres Beispieldepots von 100.000 € kostet hier also nur 500 bis 1.000 € (zzgl. Verwaltungskosten der gehaltenen Finanzprodukte). Außerdem ist das Modell auch für sehr kleine Anlagesummen verfügbar. Dafür gibt es keinen persönlichen Kontakt zu einem Berater, der alle individuellen Fragen beantwortet.


FAZIT

Garantie Wenn sie zum ersten Mal mit einem Honorar­berater zusammen­arbeiten, kostet es viele Menschen Über­windung, für die Beratung zu bezahlen. Das einmalige Honorar ist aber meist deutlich geringer als die jährliche Kostenersparnis oder Renditesteigerung. So erzielen Sie in der folgenden Beispielrechnung in 30 Jahren einen Vorteil von über 170.000 €.


Vergleich

Einen ausführlichen Vergleich der Beratungsmodelle finden Sie auch im Wegweiser Finanzberatung (gefördert vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz).